Ein kleiner Restaurationsbericht

Mjölnir ist mein zweites Modell-Projekt.

Dabei handelt es sich um ein Segelboot. Genauer ist es der Baukasten der Miramare von Graupner, die vom Vorbesitzer nach Wassereinbruch nicht richtig getrocknet wurde. Somit musste es komplett überarbeitet werden.

 

Ein unnötiger Schaden, der sich leicht vermeiden lässt. Sollte ein Modell mal ein Leck haben, oder eine Welle schwappt ins Innere so kann das für die Elektronik schwere folgen haben. Bis hin zu defekten Bauteilen. So sollte man schon vorher überlegen was man zum schutz vor Wasser machen kann. Die Elektronik weitgehend oben verbauen z.B. und zusätzlich mit einem Schutzlack überstreichen. Oder eine wasserdichte Schaltbox einbauen, die die Elektronik beherbergt. Zusätzlich  sollte ein Modell auch von innen gegen eindringendes Wasser geschützt sein. Also min. von innen Grundiert. Beides ist bei diesem Modell mit fatalen Folgen nicht berücksichtigt worden. Der Schaden wäre noch weitaus kleiner gewesen hätte der Vorbesitzer es von innen getrocknet, bevor es ins Lager ging.

Eine gängige Praxis ist das Modell mit großen Spritzen leer zu saugen und anschliessend mit Zeitungspapier den rest aufzunehmen. Bei der Elektronik ist es wichtig sie so schnell wie möglich Stromlos zu legen. Also unbedingt den Akku abnhemen. Sollte das eindringende Wasser See- also Salzwasser sein so empfiehlt es sich diese im stromlosen  Zustand noch einmal mit klarem Süßwasser abzuspühlen und dann ausgiebig zu trocknen.

Da Feuchtigkeit zu Kurzschlüssen in der Elektronik führen kann sind diese Bauteile oft nicht mehr zu retten.

 

Graupner hat diesen sogenannten Schnellbaukasten unter der Bestellnr.: 2116  von 1988 bis ins Jahr 2002 Vertrieben.

Somit kann ein genaues Alter nur geschätzt werden.

Miramare von Graupner
Miramare von Graupner

Dieses Fertig aufgebaute Modell habe ich geschenkt bekommen. Dafür danke ich dem Edlen Spender!

Da ich irgendwann einen Traditionssegler aus Holz bauen wollte, habe ich hier die Möglichkeit gesehen mich mit dem Modellsegeln vertraut zu machen, ohne das ich viel investieren musste. Es wäre ja sicher nicht schön wenn man ein Modell aufwendig anfertigt und dann nicht weiß ob es einem auch zusagt. Bzw. ob man damit zurechtkommt. Ich möchte meine Modelle für mich fertigen und nicht verkaufen weil ich zu dusselig dafür bin.

 

Zuerst habe ich mal ein paar Bilder wie das Segelboot bei mir eingetroffen ist.

Der Bootszustand schien nicht so schlimm zu sein. Da es lange auf dem Dachboden gelegen hatte, sollte es erst einmal gründlich gereinigt werden. Nun zeigten sich auch gleich einige undichte Stellen in der Verbindung zwischen Rumpf und Deck. Auch der Spiegel offenbarte nun seine Offenheit.

 

Erste Schadensbilanz:      Großbaum gebrochen

                                          Großsegel gerissen

                                          Spiegel undicht

                                          Deck schien undicht zu sein

 

Also muste erst einmal das komplette Rigg abmontiert werden. Damit ich dann alles wieder zusammen bekomme habe ich alles Fotografiert.

Die demontage des Riggs gestaltete sich sehr einfach. Die einzelteile habe ich in verschiedenen Kisten aufbewahrt, damit nichts verloren geht. Auch die Segelwinde und das Ruderservo habe ich erstmal entfernt. Sogar der 27 Mhz Empfänger von Graupner war noch in dem Boot.

das Deck ist entfernt
das Deck ist entfernt

Nun begann ich mit einem Cuttermesser das Deck vom Rumpf zu lösen.

Es offenbarte sich dann auch ein größeres Ausmaß des Wassereinbruchs.

 

Der komplette Unterbau war vom Wasser gezeichnet.

Das Balsaholz hatte sich an diversen Stellen gelöst und ist teilweise gerissen und gebrochen.

So habe ich dann alles was ich ohne Schaden lösen konnte entfernt. und alles neu verleimt und befestigt.

 

Dazu nun ein paar Bilderchen, ich hab nur die offensichtlichen Stellen Fotografiert, es waren weitaus mehr.

 

Der wiederaufbau begann mit dem Verleimen der losen Teile.

Das Deck hatte beim Abschneiden Schaden genommen, so das ich gezwungen war es durch ein anderes zu Tauschen. Die grobe Form habe ich von dem alten Deck abgenommen. Dann habe ich den Spiegel mit UHU Acryl plus wieder eingeklebt. Im Anschluß das Deck aufdeklebt und beigeschliffen. Nun begann die Vorbereitung auf das Lackieren des Modells.

Da ich nicht wusste was für ein Lacksystem zum einsatz kam, habe ich alles runter geschliffen. Auch die Bleibombe habe ich vom alten Lack befreit.

 

Die Bleibombe in neuem Glanz
Die Bleibombe in neuem Glanz

Die Bleibombe habe ich mit einem Metallschutzlack gestrichen. den Rumpf dann grundiert und anschliessend mit Acryl-Lacken aus Spraydosen Silber Metallig Lackiert. Nach dem Trocknen habe ich mit Antrazit Metallig nachbehandelt und alles mit Klarlack fixiert. So ist die Oberfläche nicht mehr ganz so empfindlich.

die Segelwinde
die Segelwinde

Der Lack ist trocken und die Elektronik wartete auf den Wiedereinbau.

 

Vorher ein kleiner Test, der dann das Versagen der Komponenten aufzeigte. Das Segelservo und genauso das Ruderservo gaben keinen Laut von sich, geschweige denn eine Bewegung. Die Segelwinde wurde nun zu Wartungszwecken geöffnet und grausiges kam zu tage. Die Winde hat unter Wasser gestanden und ist total verrostet. Das Ruderservo ebenso.

Rostiger Motor
Rostiger Motor

Was beim Ruderservo nicht lohnt, sieht bei der Winde schon ganz anders aus. Den Motor habe ich gegen einen anderen Baugleichen getauscht den mein Sohn (der große) noch liegen hatte und nicht mehr benötigte.

Und schon waren auch wieder geräusche von der Winde zu vernehmen. Die Platine habe ich gereinigt aber so richtig wollte sie nicht laufen. Da ich nicht so versiert in elektonischen Sachen bin, war ich dann überfroh als mir unerwartet Hilfe zukam. Ein frischer Bekannter aus einem Schiffs-Modellbau-Forum bot mir an das ich ihm die Winde mal zusende, dann könne er sich der sache annehmen. Nun freue ich mich die Winde wohl in naher Zukunft wieder funktionieren zu sehen. Auch an dieser Stelle noch mal vielen Dank Björn!!!

 

Mit Rigg
Mit Rigg

Da die Elektronik nun noch nicht komplett war, habe ich erstmal das Rigg wieder aufgebaut. Da im Originalbausatz die Segelsteuerung mit einem Gummizug auf Spannung gehalten wird, der natürlich nicht mehr existierte. habe ich auf dem Deck eine Umlauschot installiert. An dieser habe ich die Schot für Fock- sowie Großsegel angeschlagen.

Ein neues Ruderservo ist verbaut und somit fehlen mir nur noch die Segel um das Schiff erneut vom Stapel laufen zu lassen.

Das Boot ist nun bis auf die Winde und die Segel wieder hergestell und ich freue mich darauf das erste mal mit dem Modell zu fahren. In der Zwischzeit lese ich Bücher über das Segeln.

Segel
Segel

Heute war ein glücklicher Tag für mein Segelboot. Eigentlich wollte ich heute Segeltuch für meine Mjölnir einkaufen und stand vor einer Ortsansässigen Segelmacherei. Da heute Samstag ist und Winterzeit, war dort natürlich keiner.

Bei strömendem Regen fand mein Auto dann den Weg zu meinem Händler des Vertrauens 2 von ganz allein. Für mein nächstes Projekt von dem ich hier noch nichts verraten möchte, brauche ich noch ein paar Stecker. So standen wir im Laden und redeten über unsere Boote. Als ich ihm erzählte das ich gerade Segeltuch besorgen wollte, verschwand er für ne weile im hinteren Ladenbereich. Als er wieder auftauchte hatte er Segel für mein Boot unter dem Arm. Es sind nicht die origonal Segel, aber es soll ja auch keine Rennyacht werden. Somit hatte ich heute alle Hände voll zu tun und muste das komplette Rigg neu anpassen. Jetzt freue ich mich auf die ersten Segelversuche.

Nun noch einige Bilder...

Am letzten Wochenende war es nun soweit, eine günstige Segelwinde fand vorübergehend ein neues Zuhause. Dieses versetzte mich dann in die Lage meine ersten RC-Segelerfahrungen zu machen. da der Akku der mitgenommenen Camera nicht aufgeladen waren gibt es leider nur einen kurzen Film dieses Abenteuers.

Die technische Umsetzung der Segelsteuerung hat den Test in der Praxis bestanden und ich konnte das Boot zum Ende sogar in die gewünschte Richtung steuern. Hab da noch einiges zu lernen, doch bin ich optimistisch das mir das gelingen wird.

 

Nachdem nun einige Zeit verstrichen ist in der ich nicht zum Segeln gekommen bin habe ich es dann doch noch geschafft zu segeln. Das Boot reagierte sofort auf den Wind und drehte hinein. Es war sehr Luv-gierig wie man das wohl nennt. Da sollte ich den Mast weiter nach vorne setzen wurde mir geraten. Oder die Segel anpassen. Das Mast versetzen erschien mir einfacher zu sein und so habe ich das Rigg überarbeitet. Natürlich hatte ich es dann übertrieben und das Modell war gleich Lee-gierig. War ja zu erwarten... Nun habe ich nochmals den Mast versetzt und warte auf gutes Wetter und ein wenig Zeit,

Heute war es nun endlich soweit.

Bei wenig Wind ca 3-4 ohne Sonne ging es nun aufs Wasser. Die Einstellungen haben sich gelohnt denn ich habe das Gefühl ein völlig anderes Modell zu Segeln. Nie hätte ich gedacht das mit ein wenig Trimm aus dem Modell so viel rauszuholen ist. Jeder der sich mit dem Segeln von Modellbooten beschäftigen möchte, sollte ruhig auch mal auf den Seiten der großen Brüder schauen ob da nicht auch ein paar hilfreiche Tipps zu bekommen sind. Oben am Mast werde ich wohl noch eine kleine Fahne anbauen, denn die Windrichtung auf dem Wasser ist oftmals gänzlich anders als am Ufer.

 

Nachdem nun einige Zeit verstrichen ist und ich einige Erfahrungen mit diesem Modell sammeln durfte, muss ich sagen das es richtig Spaß macht zu Segeln. Dabei habe ich keine Ambitionen an Regatten teil zu nehmen. Einfach mit der Kraft des Windes über die Wellen zu hüpfen ist schon ein besonderes Vergnügen. Wobei ich sagen muss das ich mehr als einmal einen Totalverlust des Modelles aus Unwissenheit riskiert habe. Ein Fehler habe ich im Aufbau des Decks gemacht. Die Seiten, besonders dort wo die Wanten angeschlagen sind, hätte ich Verstärkungen einarbeiten Sollen. An diesen Stellen treten immer wieder kleine Risse auf durch die das Modell teils erheblich Wasser über nimmt. Einmal so viel, das der Akku schon mit Wasser überdeckt war und ich mich wunderte das es keinen Kurzschluss gab. Einen neuen Deckel habe ichmir inzwischen auch gebaut. Die Elektronik (Empfänger und BEC) habe ich in einer Plastigdose eingebaut, so das dort nicht so leicht Wasser rann kommt.

Einige Links

Auch wenn sie rechts stehen, so bleiben es doch Links!

Harrislee

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